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Entstehungsgeschichte

"Wasserwerke, Klärwerke und Rohrleitungen der Wasserbetriebe unterliegen strengen Wartungsvorschriften, um hochgesteckte Sicherheitsnormen zu erfüllen. Bis Ende 2002 konnten die Instandhaltungsingenieure und Techniker zur Vorbereitung und späteren Durchführung notwendiger Wartungsarbeiten nur auf die tatsächlichen Bauakten zugreifen. Alle zu wartenden Objekte waren zwar bereits im SAP/R3 Modul PM registriert worden, aber leider nicht mit den dazugehörigen Dokumentationen verknüpft. Mitarbeiter waren folglich gezwungen, sich erst einmal auf die Suche nach den nötigen Unterlagen zu machen, bevor sie mit den Wartungsarbeiten beginnen konnten, womit ein empfindlicher Zeit- und damit Produktivitätsverlust einherging. Erhält heute ein Ingenieur den dringenden Auftrag, einen Störfall in einem der Werke zu beheben, kann er sich unverzüglich ein Bild von der Lage und Beschaffenheit des jeweiligen Bauteils machen. Mit Hilfe des Content Management Systems (CMS) findet er die relevanten technischen Dokumente in kürzester Zeit im Intranet." Quelle: Henning Rüstau, Projektleiter zur Einführung des CMS der Berliner Wasserbetriebe.

Ziel beim Aufbau des CMS der Berliner Wasserbetriebe war es demnach, die Bauakten, Anlagen-, Betriebs- und Bestandsdokumentation der Werke digital zu erfassen und über das Intranet unternehmensweit zur Verfügung zu stellen. Dabei sollte auch eine eindeutige Verknüpfung zwischen Akten bzw. Dokumentation und den Ausrüstungsgegenständen erfolgen.

Zum Rahmen dieser eindeutigen Verknüpfung gehörte sowohl die Synchronisierung der SAP/PM- und der lokalen Werkshierarchie als auch die Unterstützung der zentralen und dezentralen Pflege der Werksdokumentation.

Das Content Management Systems (CMS) setzt auf dem IBM Content Manager 8.3 mit der Datenbank IBM DB/2 Version 8.3 und dem WEB-Server IBM WebSphere auf. Für die zur Integration notwendigen Programmierungen wurde Java verwendet.

Das CMS integriert sich damit einerseits in die Systemarchitektur der Berliner Wasserbetriebe und lässt andererseits sowohl Zugriffsberechtigungen als auch eine Versionsverwaltung zu. Damit wurde eine der Hauptforderungen, die Sicherung einer zukunftsorientierten Verwaltbarkeit der großen Datenbestände der Berliner Wasserbetriebe, erfüllt.

Die Digitalisierung der Bauakten, Anlagen-, Betriebs- und Bestandsdokumentation erfolgt bei der papiergebundenen Dokumentation (mehrere Millionen Blatt) über eine zentrale Scannstrecke, welche die Papiervorlagen in das TIFF Format überführt und dem logischen Dokument zuordnet. Die technische Dokumentation liegt in unterschiedlichen Versionen und Ausprägungen vor (TIFF, AutoCad, PDF und andere).

Das digitale Dokumentenmanagement des CMS mit seinen vielfältigen Recherche- und Weiterverarbeitungsfunktionalitäten gewährleistet durch die intuitive Bedienung über den Web-Browser einen reibungslosen Arbeitsablauf in den Werken.

Hierzu gehört auch der Offline-Client: Während die Wasserversorgung mit einer 24 Stunden Verfügbarkeit gewährleistet wird, fahren die Berliner Wasserbetriebe aus wirtschaftlichen Gründen ihre zentrale Datenverarbeitung in Nebenzeiten mit einer geringeren Verfügbarkeit. Um bei Netzwerkausfall den Notfallbetrieb sicherstellen zu können, wurde der Offline-Client entwickelt: Die für ein Werk relevanten Dokumente werden in regelmäßigen Abständen auf die lokale Platte bestimmter Rechner kopiert. Zusätzlich gewährleistet die Im- und Export-Funktion des CMS auch mit dem Offline-Client eine unterbrechungsfreie Arbeit an den Dokumenten.

Die technische Realisierung des Projektes Content Management System (CMS) startete in den Jahren 2001/02. Die vollständige Einführung erfolgte Anfang 2003 für das Werk Waßmannsdorf, wobei die weiteren Werke innerhalb der nächsten fünf Jahre folgen sollen. Im Jahr 2004 wurde das CMS überarbeitet, um die erweiterten Fähigkeiten das IBM ContentManagers beim Versionswechsel von 7.1 auf 8.2 zu nutzen. Aktuell wird inzwischen die Version 8.3. verwendet. Bisher greifen bereits 50 Nutzer auf das Archiv zu. Der Anschluss von 300 Arbeitsplätzen ist geplant. Ebenso befindet sich der Zugriff über mobile Geräte bereits in der Planung.